(...durch Buddhas Nasenloch! Solcher und weiterer Kuriositäten Augenzeuge kann man in Naras Todaiji werden, oder wer will, es selbst einmal ausprobieren ^^)
[Besuch & Golden Week, Tag 2], Nachtrag 27. April
Am nächsten Tag ging es also richtig los. Nach einem gemütlichen Frühstück ging es bei strahlendem Sonnenschein und fast schon etwas zu großer Hitze los zum Bahnhof und ab nach Nara. Diese Stadt hat ja auch bei mir den ersten richtigen "Aha!"-Effekt ausgelöst, und so dachte ich mir, mit diesem bedeutungsschwangeren Ort anzufangen, ist eine ganz gute Idee.
Die Präfektur (und damit auch die Stadt) Nara kann man getrost als Wiege der japanischen Kultur ansehen, denn hier hat sich so ziemlich alles, was Japan heute kulturell und traditionell auszeichnet, herauskristallisiert. Diesem Gebiet, das (ganz ganz) früher als die Provinz Yamato bekannt war, entstammt wohl auch die Linie des heutigen Tennō, also des japanischen Kaisers.
Das gesamte Gebiet sowie umliegende Teile, eingeschlossen Kyoto, steht heute sinnbildlich für alles, was traditionell, was ur-japanisch ist. Erkennbar ist das schon auf den ersten Blick an den unzähligen alten, erhabenen Bauten, die es in diesen Städten geradezu im Überfluss zu bestaunen gibt.
Nara ist auch deshalb ein ganz guter Einstieg in japanische Kultur, da man hier nicht sofort erschlagen wird von Eindrücken. Hier geht es alles in allem etwas ruhiger zu, alles ist etwas weniger gedrungen, die viele Natur lockert das Stadtbild erheblich auf. Gerade auch zu Beginn einer goldenen Woche ist das von Vorteil :)
Am nächsten Tag ging es also richtig los. Nach einem gemütlichen Frühstück ging es bei strahlendem Sonnenschein und fast schon etwas zu großer Hitze los zum Bahnhof und ab nach Nara. Diese Stadt hat ja auch bei mir den ersten richtigen "Aha!"-Effekt ausgelöst, und so dachte ich mir, mit diesem bedeutungsschwangeren Ort anzufangen, ist eine ganz gute Idee.
Die Präfektur (und damit auch die Stadt) Nara kann man getrost als Wiege der japanischen Kultur ansehen, denn hier hat sich so ziemlich alles, was Japan heute kulturell und traditionell auszeichnet, herauskristallisiert. Diesem Gebiet, das (ganz ganz) früher als die Provinz Yamato bekannt war, entstammt wohl auch die Linie des heutigen Tennō, also des japanischen Kaisers.
Das gesamte Gebiet sowie umliegende Teile, eingeschlossen Kyoto, steht heute sinnbildlich für alles, was traditionell, was ur-japanisch ist. Erkennbar ist das schon auf den ersten Blick an den unzähligen alten, erhabenen Bauten, die es in diesen Städten geradezu im Überfluss zu bestaunen gibt.
Nara ist auch deshalb ein ganz guter Einstieg in japanische Kultur, da man hier nicht sofort erschlagen wird von Eindrücken. Hier geht es alles in allem etwas ruhiger zu, alles ist etwas weniger gedrungen, die viele Natur lockert das Stadtbild erheblich auf. Gerade auch zu Beginn einer goldenen Woche ist das von Vorteil :)
Links: Ein erstes Gruppenfoto unter den letzten Überbleibseln der Blütenzeit. Rechts: Die Pagode des Kofuku-ji, mit dem "Aha"-Effekt ;)
Eines der vielen Gebäude, die zu dieser Anlage gehören. Nebenan betreiben einige Mönche einen Souvenirverkauf, und schütten zwischenzeitlich auch mal gerne volle Wassereimer auf den Weg ;)
Was unseren groß angelegten Rundgang angeht, habe ich mich eng an die Strecke gehalten, die Matsuda-san bereits mit mir gelaufen ist. Am Beginn dieser Tour steht der Kofukuji (jap. -ji (~寺), "Tempel"), oder besser gesagt, dessen große, fünfstöckige Pagode. Der eigentliche Tempel wird aufgrund umfangreicher Renovierungsarbeiten für die nächsten Jahre verhüllt bleiben. Neben mit Wassereimern um sich schwenkenden Mönchen und dutzenden Schülern, die einen ihrer zahlreichen Ausflüge machen, finden wir hier auch gleich wieder die Nara-Hirsche vor, die sich ganz routiniert von den Touris (nicht von uns ^^) füttern und knipsen lassen.
Das letzte mal hatte ich ja keine Kamera dabei, und so war für mich an diesem Tag die Gelegenheit, einiges an Pflichtschnappschüssen abzuarbeiten, und in diese Kategorie fällt insbesondere der Blick von einem nahe gelegenen See aus auf die Pagode:
Ein absolutes Muss ist ein Bild am See, mit der Pagode im Hintergrund!
Die Tiere fühlen sich hier wohl: Küssende Schildkröten und eine Taube, deren Zwischenhalt auf dem Panzer lässig geduldet wird...
Auf dem Weg zum Pavillon im See, durch die schmalen Gassen Nara-machis...
... und durch den Hirschpark, vorbei an unzähligen Schulklassen.
Dass wir an diesem See direkt von einem sehr kommunikationsfreudigen Japaner auf (vermutlich) plattestem Kansai-Dialekt berieselt werden, während er sich bei seinen Ausführungen über essbare und nicht essbare Fische - im See schwimmen einige sehr beeindruckende Koi - regelmäßig wegschmeißt vor lachen, soll sinnbildlich stehen für die Aufgeschlossenheit, dessen Ziel wir in unserer kleinen Ausländergruppe die nächsten Tage über werden. Besonders in meinem Unistädtchen stellt so eine Gruppe an Westlern, die fast täglich den Supermarkt durchschlendert, eine gewisse Ausnahmesituation dar, und das ist keineswegs nur eingebildet, denn den Vorher-Nachher-Vergleich konnte und kann ich durch meinen längeren Aufenthalt dann ja ganz gut ziehen :)
Am Pavillon, einem der schönsten Plätze, die ich bisher gesehen habe. An diesem Tag war auch ich das erste mal im Pavillon, an meinen vorherigen Besuchen hatte ich seltsamerweise nie Zeit dafür ^^
Weiter geht unser Spaziergang durch den alten Stadtteil Naras, vorbei an unzähligen schmalen Gässchen und alten typisch japanischen Wohnhäusern Richtung des Pavillons, der im See steht, und weiter durch den eigentlichen Hirsch-Park. Unser großes Tagesziel befindet sich im nördlichen Teil des Parks, der Todaiji, der gigantische Tempel, den ich auch bei einem meiner ersten Trips nach Nara von außen bestaunt habe, aber leider keine Zeit mehr hatte, ihn auch von innen zu sehen. Das steht heute natürlich auf dem Plan! Das letzte mal habe ich die gewaltigen Ausmaße dieses Bauwerks genannt, heute kommt noch ein weiterer Rekord dazu: Im Inneren des Todaiji befindet sich der Daibutsu (大仏, "Großer Buddha"), und der hat seinen Namen wahrlich verdient: Der Daibutsu ist mit 15-16 Metern die größte sitzende Buddha-Statue in ganz Japan, ist ganz aus Bronze gegossen und wiegt mehrere hundert Tonnen. Um den großen Buddha herum "schweben" kleinere Buddhas, die eine Besonderheit aufweisen: Sie sehen aus der Boden-Perspektive alle exakt gleich groß aus, sind es aber nicht: Die kleinen Buddhas sind zwischen 1,5 und 3 Meter groß und so angeordnet, dass die perspektivische Verzerrung das Auge perfekt austrickst.
Links: Vor dem alten Eingangstor, das den großen Tempel würdig ankündigt. Rechts: Der Todaiji vom Innenbereich aus gesehen.
Das Gruppenbild musste sein, wie oft steht man schon vor so einem Monument?
Links: Der Daibutsu in Nahaufnahme. Rechts: Eines von mehreren Zierplatten, die den Sockel des Buddha umrandeten. Da der Tempel und der Buddha im Laufe der Zeit mehrfach stark beschädigt oder sogar zerstört wurden, hat man irgendwann darauf verzichet, die Platten wieder anzubringen. So kann man die Geschichten-erzählenden Bildnisse heute ganz aus der Nähe betrachten.
Jeglicher Größenvergleich scheitert leider am limitierten Format eines Kamerabildes. Kurz gesagt: Sieht man den großen Buddha nicht mit eigenen Augen, kann man sich gar nicht vorstellen, wie gigantisch die Statue in Wirklichkeit ist! Rechts fallen die kleinen Buddha auf, die gleichgroß wirken, es aber gar nicht sind...
Links: Links und rechts neben dem Daibutsu sitzen noch zwei weitere mittelgroße Buddhastatuen. Rechts: (Vermutlich) eine Wächterstatue, oder weitere Gottheit.
Ein klein bisschen Geschick braucht man schon, um durch Buddhas Nasenloch in einer der Säulen hindurch zu passen. ;)
Ist man auf der Suche nach Glück und Glückseligkeit oder hat einen Wunsch auf dem Herzen, so kann man sich im Todaiji durch Buddhas Nasenloch zwängen. Damit ist nicht das sprichwörtliche Nasenloch gemeint, sondern ein Loch in einer Holzsäule, das die gleichen Ausmaße annimmt wie die äußeren Atemwege des Daibutsu. Und das versuchen ausgesprochen viele Besucher. Eigentlich fast zu jedem Zeitpunkt versucht gerade irgendjemand, auf seine mehr oder weniger eigene Art durch das Loch zu schlüpfen. Nadjas und meine Taktik: Mit den Füßen zuerst! Und das klappt wunderbar :) So wunderbar, dass zwei ältere japanische Frauen aus dem Staunen nicht mehr herauskommen und es am liebsten nochmal sehen würden. Eine der beiden Damen war ab einem gewissen Punkt dann so motiviert, es doch glatt selbst mal zu versuchen, aber das hat dann leider doch nicht mehr so ganz geklappt :)
Berührt man eine Stelle der Figur und danach die gleiche Stelle am eigenen Körper, so sollen alle Krankheiten aus dieser Partie weichen...
Und selbst beim Verlassen des großen Tempels hat man noch Gelegenheit sich um das ein oder andere Gebrechen zu kümmern: Neben einem der Ausgangstore hat sich die Holzstatue eines buddhistischen Heiligen niedergelassen. Dieser Heilige hat sich zu Lebzeiten angeblich mit den eher dunklen Künsten befasst und darf deshalb nicht im Tempel verweilen. Man sagt, wenn man ein Körperteil der Figur berührt und dann am eigenen Körper die gleiche Stelle, so wird diese Körperpartie von allem Leiden befreit...
Weitere Erkenntnisse des Tages waren:
Wenn Bäume im Weg stehen, baut man einfach außen herum, statt sie zu fällen...
... als Autofahrer braucht man nicht unbedingt Angst vor Ausparkunfällen haben, und: Japanische Handwerker sehen das mit der Fahrsicherheit manchmal nicht ganz so eng...
Ein Eindrucks-reicher Tag geht mit schmerzenden Füßen zu Ende, mein Sold ist also getan ;) Morgen steht Kyoto auf dem Plan. Im Vergleich dazu war Nara nur zum Warmwerden...


