(Nara ni kita bakari, "Ich bin eben erst nach Nara gekommen"), eine Anspielung auf den Titel des Films, den ich am Wochenende sah. Denn diese Woche bin auch ich quasi erst so richtig angekommen...
Den schon erwähnten Open-Campus-Tag habe ich u.a. dazu genutzt, ein paar NAIST-Impressionen zu sammeln, hier also ein paar Bilder vom Campus und ein paar Schnappschüsse aus Ikoma, die bei für die letzten Tage typisch wechselhaftem Wetter entstanden. Beim Anlicken der Bilder gibts größere Ansichten!:
Den schon erwähnten Open-Campus-Tag habe ich u.a. dazu genutzt, ein paar NAIST-Impressionen zu sammeln, hier also ein paar Bilder vom Campus und ein paar Schnappschüsse aus Ikoma, die bei für die letzten Tage typisch wechselhaftem Wetter entstanden. Beim Anlicken der Bilder gibts größere Ansichten!:
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| Das NAIST aus der Ferne. |
Links: Schriftzug am Eingang zum Campus. Rechts: Banner des Open-Campus-Tags.
Links: Das NAIST-Logo verborgen hinter den ersten Blüten. Rechts: Ausgeklügelte Einstein-Reflexion an einer schrägen Glass-Fassade. Das Bildnis am Boden wurde so verzerrt, dass es auf der Schrägen korrekt abgebildet wird.
Links: Blick in Richtung Campus-Mittelpunkt. Im rechten Gebäude befindet sich die Graduate School of Information Science, somit auch das AHC-Lab, in dem ich arbeite. Rechts: Blick über die NAIST-Gebäude Richtung Ikoma.
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| Torbogen, der den Eingang des NAIST überspannt. Die drei Spitzen stehen für die drei Fachbereiche Informatik, Materialtechnik und Biologie, die hier unterrichtet und erforscht werden. |
Impressionen aus Ikoma: Beim spazieren durch ein Wohngebiet.
Links: Blick auf die hügelige Umgebung während des Spaziergangs. Rechts: Die Ikoma-Bahnstation. Der Zug fährt in Kürze Richtung NAIST.
Was man besonders aus Erzählungen von USA- oder Englandbesuchern kennt, hat mich nun also nach knapp zehn Tagen auch erwischt: Die Hitlersche Gretchenfrage hat zugeschlagen! Ein bisschen seltsam wars ja schon, das Thema anschneiden zu müssen, und viel besseres als abgedroschene Phrasen bezüglich des verrückten Kanzlers, NS-Verbrechen und des Umstands der mittlerweile großen zeitlichen Distanz der heutigen Generation zur dieser Vergangenheit habe ich dann auch nicht rausgebracht. Jedenfalls fand es mein Gesprächspartner interessant zu ergründen, wie ausgerechnet so weit voneinander entfernte Länder dazu kamen, die einstige Allianz zu bilden.
Viel hat sich vergangene Woche getan!
Was ich in Karlsruhe in 5 Jahren nicht geschafft, oder mich viel mehr geweigert habe zu tun, hat hier nur ein paar Tage gedauert: Ein Fahrrad kaufen. Ich bin jetzt stolzer Besitzer meines eigenen kleinen... Mama-Bicycles. So wurde es liebevoll von Kano-san getauft. Wie Fahrräder in Deutschland in der Regel um einen Gepäckträger verfügen, haben die meisten japanischen Räder einen Korb vorne am Lenker befestigt. Die fehlende Querstrebe würde das Bike zuhause als Frauenrad identifizieren, hierzulande allerdings kennt man, so der Fachmann, keinen geschlechterspezifischen Unterschied zwischen einzelnen Modellen. Trotzdem fühlt sich mein erster wagemutiger Ritt (auf dem Bürgersteig) ein bisschen befremdlich an ;) Auf jeden Fall bin ich jetzt mobil, was eine super Sache ist! Zum Bahnhof sinds jetzt nur noch ein paar Minuten, die Einkaufsmöglichkeiten sind schnell erreichbar, und so ganz ohne Gangschaltung hat man gleich seinen täglichen Workout.
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| Mein Mama-Bike! Zwei Räder, Licht, Schloss, Korb, keine Gänge. Passt. |
Das Rad erstmal am Institut abgestellt, habe ich mich dazu entschlossen, mein weiteres Umfeld per Pedes zu erkunden. Bei meinem Spaziergang Richtung Stadtgebiet bin ich an so manchen interessanten Stellen vorbeigekommen. Eine größere Straße, die ich beging, scheint fest in italienischer Hand zu sein, neben Zahlreichen Restaurants findet man hier Konditoreien, Bekleidungsläden usw.
Viel toller war jedoch das Entdecken eines Areals, das auf meiner digitalen Karte nur als "religiöses Zentrum" verzeichnet war. Dort hingestiefelt, fand ich trotz des eher trüben Wetters eine sagenhafte Kulisse vor. An einem Waldrand in einem leicht hügeligen Gebiet befindet sich eine Art Tempelareal, was - wie mir meine Betreuerin den Tag darauf erklärte - dem Shintoismus zugehörig ist. Neben einigen größeren Gebäuden, die über einen gemeinsamen Hof miteinander verbunden sind, gehören auch diverse Statuen und weitere Gebilde zur Anlage, die ihre Standorte zwischen den Bäumen haben und durch Wege miteinander verbunden begehbar sind. Die erste viertel Stunde vor Ort habe ich mich gar nicht getraut, überhaupt irgendwo rein- oder hinzulaufen, in der Angst, gegen irgendwelche Regeln zu verstoßen oder sonst was. Die ganzen Schilder, die überall hingen, konnte ich leider nicht entziffern. Nachdem ich aber ein paar Fotos gemacht habe und mir gedacht habe, eine öffentlich zugängliche Treppe macht keinen Sinn, wenn man sie nicht benutzen darf, bin ich dann doch gaaanz langsam die Stufen hinaufgeschritten, um zu sehen, was es da noch so alles zu entdecken gibt. Vorgefunden habe ich diverse Bildnisse von Göttern, und mein Wagemut hat mir Recht gegeben, dass dieser Ort auch für Besucher gemacht ist, denn vor jedem Bildnis gibt es hier detailierte Beschreibungen, die ich aber leider wieder nicht interpretieren konnte, schade. Auf jeden Fall war die Entdeckung dieses Ortes, der nichtmal meinen Mitstudenten hier zuvor bekannt war, eine grandiose Sache, und vielleicht schaffe ich es nochmal dorthin, um mir dann auch die Gebäude um den Innenhof herum richtig anzusehen, am besten noch mit Hintergrundwissen bewaffnet...
Weitere Neuerung: Endlich habe ich auch eine japanische SIM-Karte für mein Handy bekommen. Das Teil erlaubt mir zwar nicht, zu telefonieren oder SMS zu schreiben, dafür jedoch geht alles, was übers Internet läuft. Eine gute Sache, wie ich finde. Meine deutsche Nummer ist dafür aber erstmal für ein halbes Jahr "out of service" ;)
Mitte der Woche wurde ich Zeuge des harten "Job huntings", dem sich japanische Berufseinsteiger widmen müssen. Sehr interessant waren da besonders die "crazy" Online-Tests, die, wie ich vermute, besonders von größeren Unternehmen durchgeführt werden, um die Grundeignung eines Bewerbers festzustellen. Hier werden Fragen aus dem Bereich der Allgemeinbildung, über Mathematik und sicherlich auch berufsspezifische Themen gestellt, die direkt am Rechner innerhalb einer bestimmten Zeit beantwortet werden müssen. Ansonsten war ständig jemand unterwegs mit dem Nachtbus oder Shinkansen (japanischer Hochgeschwindigkeitszug) in eine der Megacities, auf der Jagd nach dem Traumjob...
Thema Essen ;) Zwei Abende vor meinem Umzug wurde ich entführt in ein eher spezielles Ramen-Restaurant. Ganz japanisch sitzt man hier auf dem Boden an niedrigen Tischen. In dem kleinen Laden ist Platz für acht sitzende Gäste, eine handvoll weiterer Besucher findet Platz an einer Theke. Das ist aber nicht das Besondere daran, denn so sehen viele Imbisse, Kneipen, etc. aus. Das Besondere sind die Portionen, die man hier aufgetischt bekommt:
Ja, für so einen Haffen Nudeln, Fleisch, Gemüse und Suppe braucht man schon eine gehörige Portion (Wortspiel...) Durchhaltevermögen und großen Hunger! Hunger hatte ich zum Glück, und so habe ich mein leckeres, vermutlich recht ungewöhnliches - denn meine Betreuerin hat nur die Stirn gerunzelt, als ich ihr erzählte, was das war - Curry-Ramen mit einer infernalischen Ladung Knoblauch auch fast leer bekommen! So unglaublich schnell wie meine Geheimtipp-Offenbarer hab ich das allerdings nicht hinbekommen. Kano-san hat eben jene Schale, die im Bild zu sehen ist, in geschätzten unfassbaren 10 Minuten weggeputzt... während ich damit beschäftigt war, nicht alles vollzukleckern mit meinen Stäbchenfähigkeiten. Denn mit so viel Suppe, die mit in der Schale ist, und den Nudeln, die man rausschlürfen muss, wird das ganze richtig schwierig :)
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| Das Mega-Ramen! Auf dem Bild zu sehen ist Kano-sans Portion, meine war aber nicht wirklich viel kleiner ;) |
Eine Erfahrung, mit der ich nicht so schnell gerechnet hätte sie zu machen, kam am Folgetag während meines Mensabesuchs dazu. Auf dem großen Flachbildfernseher, der in der Regel die Nachrichten zeigt, wurde ein Bericht mit dem Thema Tsunami gesendet. Soweit nichts Ungewöhnliches, denn am 11. März war der Jahrestag des großen Tōhoku-Erdbebens. Das Fernsehen war diese Woche voll von Sendungen über "3/11", oder "jenen Tag", wie er überall bezeichnet wird. Stutzig machte mich bei dieser laufenden Sendung allerdings die minutengenaue Zeitansage des Sprechers, und ich vermutete schon, hier wird das vergangene Unglück in allen Einzelheiten nochmal auseinandergenommen.
Bis ich bemerkte, dass es die tatsächliche Tageszeit war. Was ich sah, war also eine Tsunamiwarnung für den Moment: Ein weiteres von unendlich vielen Nachbeben vom Vorjahresereignis, so wurde ich am Tag darauf aufgeklärt, hat in der Nähe des bekannten Krisengebiets wieder für eine kleinere Welle von etwa 50cm Höhe gesorgt. Der Nachrichtensprecher hat während dieser Sonder-Warnsendung in ständig wiederholender Art die Gebiete genannt, in denen in den nächsten Minuten mit einer Welle zu rechnen ist, während auf dem Bildschirm diverse Webcams durchgeschaltet wurden, die Küstenstreifen zeigten. Von einer Welle zu sehen war auch nach Überschreiten der Deadline zumindest auf dem Bildschirm glücklicherweise nichts. Dennoch schien das Nachbeben mit einer Magnitude von 6,9 eines der stärkeren gewesen zu sein, so sagte man mir. Außerdem wurde ich darüber aufgeklärt, dass es in Japan eine weitere Skala zur Einstufung von Erdbeben gibt, die nicht die Magnitude, sondern die Intensität des Bebens an der Erdoberfläche misst. Und dass das Frühwarnsystem, über das so gut wie alle japanischen Handys verfügen deren Besitzern oft ein gewisses Unwohlsein beschert...
Am Donnerstag war es soweit, mein Umzug ins Gästehaus des NAIST stand an! Die ersten zwei Wochen im Apartment direkt im Stadtgebiet waren quasi sowas wie eine Notlösung, da das Gästehaus bis zum 15. voll belegt war. Der eigentliche Plan ist, dass ich für den kompletten Aufenthalt hier im Gästehaus untergebracht sein werde. Und das ist eine sehr tolle Sache, da es direkt auf dem Campus steht und es von hier aus etwa 50 Meter bis ins Institut sind ;) Hm, für Ausreden, wenn man mal übel verschlafen hat etc. muss man sich dann aber echt was einfallen lassen...
Das Wohnen hier im neuen Zimmer ist jedenfalls der reine Luxus, es mangelt an nichts. Es ist schön groß, hell, alles wirkt neu und gepflegt und es ist alles da, was man zum Leben und Arbeiten so braucht. Während ich die ersten beiden Wochen noch aus dem Koffer gelebt habe, habe ich mich hier nun richtig eingenistet, die Schränke vollgestopft, Bilder aufgestellt. Das heißt, jetzt bin ich wirklich so richtig angekommen, im Sinne von "boah, ich werde jetzt erstmal für 6 Monate in Japan leben!". Und das ist schon ein krasser Gedanke. Arbeiten, Kochen, Waschen, mit dem Mama-Bicycle einkaufen fahren... Nur Putzen wird mir abgenommen, aber pssst, keinem verraten ;)
Passend zum Umzug wurden im Rathaus die Wege für meine "Alien Registration" eingeleitet, also der Registrierung meiner Wenigkeit als temporärer Bewohner der Stadt Ikoma und des Landes Japan. Will man länger als 90 Tage im Land bleiben, benötigt man diese Registrierung, für die man eine Art temporären Personalausweis ausgestellt bekommt.
Obendrein habe ich ein Bankkonto bei einer japanischen Bank eröffnet bekommen. Denn für den Inland-Zahlungsverkehr ist das unabdingbar, ebenso wenn man hohe Gebühren vermeiden will. Natürlich habe ich das Konto nicht einfach so bekommen! Den Nachweis, dass ich länger im Land bin, hatte ich aus dem Rathaus. Dass ich nicht der Bōryokudan (dt. "gewalttätige Gruppe"), also der Yakuza angehöre, musste ich noch mit meiner Unterschrift besiegeln... ;) In den letzten Jahren geht die japanische Regierung verstärkt gegen die Mafia vor, so wird u.a. auch versucht, die Geldflüsse stärker zu überwachen bzw. jene zu verhindern.
Das Wochenende begann nicht, bevor nicht noch das Labor großzügig umstrukturiert wurde: In einigen Wochen stoßen etwa zehn neue Studenten zum AHC-Lab hinzu, und für die musste erst noch ordentlich Platz gemacht werden. Das heißt ganz praktisch: Arbeitsplätze verrücken, Kabel umverlegen, Schränke umstellen und so weiter. Also war eine ordentliche Portion körperlicher Arbeit angesagt. Dabei lief es zum allergrößten Teil strukturiert nach Plan, aber insgesamt doch etwas verplant ab, was schon sehr lustig war :) Die neuen Arbeitsplätze sind nun da, jetzt müssen noch ein paar Techniker ran. Mal sehn wie es nach dem Wochenende aussieht...
Kano-san verschwindet im Schrank. Die Dinger wurden bei der Umstrukturierung auch rumgeschleppt. Und sind dann doch wieder an ihrem Ursprungsplatz gelandet ;)
Samstag. Was machen, nachdem man viel zu lange geschlafen hat und das Wetter nicht ganz so einladend ist für Sightseeing? Ab ins Netz und recherchieren. Gefunden habe ich das "Osaka Asian Film Festival". Kino also, warum eigentlich nicht? Laut Internetseite werden die Filme, allesamt Japan- bis hin zu Weltpremieren, produziert im Großraum Asien, mit englischen Untertiteln gezeigt. Vor dem Film könnte man sich nochmal ein paar Ecken von Osaka ansehen und was Essen. Der Plan stand, also die digitale Karte mit Zielen versehen und ab mit dem Mama-Bicycle zur Bahnstation.
In Osaka angekommen, habe ich mir erstmal was zu Essen gesucht. Leicht überfordert wusste ich nicht so ganz, in welchen der vielen lebhaften Läden ich mich jetzt trauen soll und habe was mir bereits aus Deutschland Bekanntes gesucht: Yakitori (焼き鳥, eine Art japanisches Schaschlik, i.d.R gegrilltes Hähnchenfleisch am Spieß). Das kleine Restaurant betreten, wurde ich von einer Empfangsdame direkt an den Tresen gelotst, wo man mir als offensichtlichen Ausländer direkt eine englische Karte gereicht hat. Zugegeben, das war auch ganz praktisch, denn von den vielen Spießvarianten hätte ich mich rein dem Aussehen nach auch gut und gerne für die "gegrillten Innereien" entschieden. Hab ich mit der englischen Karte dann aber doch nicht, sondern mich für Wakadori (dt.: "junges Hähnchen") und Wakakawa (dt.: "junge Hähnchenhaut") entschieden. Der bzw. die Köche und Grillmeister stehen am Grill hinter der Theke und sind unentwegt am Hantieren, mit Spieße umdrehen usw. beschäftigt, und dem lauten Begrüßen und Verabschieden ein- und ausgehender Gäste. Der Lautstärkepegel ist recht hoch durch die mit Inbrunst von jedem einzelnen Mitarbeiter gerufenen Höflichkeitsfloskeln. Das gilt allerdings nicht nur für Restaurants, sondern auch für alle anderen Geschäfte und Lokalitäten wie Banken, Tankstellen, etc. in denen man bedient wird. Der Kunde ist Gott. Und in der Tat, als Kunde ist man Zentrum der Aufmerksamkeit und Ziel der höchsten Höflichkeit, was sich in der Sprache als auch im Verhalten widerspiegelt. So gehört es z.B. zum guten Ton, dass einem das Wechselgeld stets mit zwei Händen überreicht wird. Denn wenn etwas mit beiden Händen übergeben wird, ist es von besonderem Wert. Ist man gut erzogen und/oder in höflicherem Umfeld, sollte man diesen Respekt aber auch erwidern und selbst mit beiden Händen zugreifen, u.a. auch, wenn man Getränke gereicht bekommt.
So im Yakitori-Restaurant sitzend stelle ich fest, dass man hier nicht unbedingt herkommt, um so richtig satt zu werden, denn dafür sind die Stäbchen allesamt nicht groß genug und man müsste noch ein paar dutzend mehr bestellen. So ist mehr eher hier, um mit anderen gelassen zu plaudern und sich ein (zwei, drei, ...) Bierchen und stärkeres zu gönnen. Da ich das heute abend nicht vorhatte und nur zum Essen da war, habe ich eben jenes extra langsam gemacht, denn so ein bisschen wäre es mir dann doch unangenehm gewesen, nur 10 Minuten zu bleiben und wieder abzuhauen. Also habe ich ganz gemütlich meine sehr leckeren Yakitori gefuttert und unauffällig Leute beobachtet.
Ein bisschen Zeit hatte ich immer noch, mir die ein oder andere Ecke vom nächtlichen Osaka anzusehen. Ganz in der Nähe befinden sich die Gebiete Dōtonbori und Amerikamura. Ersteres ist ein sehr beliebter Straßenzug, in dem Nachts ordentlich die Post abgeht. Hier finden sich u.a. allerlei Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten. Alles leuchtet und blinkt, es ist voll und an jeder Ecke wuselt es. Amerikamura (Mura = "Dorf") ist sowas wie das "America-Town" in Osaka. Nur ohne Amerikaner ;) Naja, das stimmt so nicht. Aber auf jeden Fall trügt der Name ein wenig, denn wer hier überwiegend anzutreffen ist, sind hippe, schrille Szene-Japaner in den (un)möglichsten Outfits, oft blond gefärbt und gut und gerne auch mit Metall im Gesicht. Was den Namen des Viertels wieder rechtfertigt, sind die zahlreichen Boutiquen, aus denen R&B- und Hip-Hop-Musik schallt und die fast schon klischeehaft wirkende typisch amerikanische Modetrends an den Mann und die Frau bringen wollen. Definitiv einen Besuch wert, aber nichts für einen längeren Aufenthalt, wenn man nicht gerade einer hippen Jugendszene angehört ;)
Links: Solche hell erleuchteten und laut musikspielenden Werbetrucks (!) fahren ständig durch die nächtliche City. Rechts: Belebte Ecke und Blechlawinen.
Links: Einer der Eingänge zum Dotonbori. Rechts: Na, wer hat Fast & Furious Tokyo Drift gesehen? ;)
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| Einer der vielen bunten, lauten "Ami"-Läden in Amerikamura. |
Zeit, mein eigentliches Ziel zu suchen, das "Cine Nouveau". Kaum aus den Szene-Ecken rausgekommen, wird die Stadt erstaunlich ruhig. Zwar überquert man noch die ein oder andere mehrspurige Straße, die die Häuserschluchten durchzieht, doch an Menschen wird es deutlich weniger. Ok, in so einer riesen Stadt muss es auch ruhigere Ecken geben, wenn sich die Nachtschwärmer alle in einigen wenigen Ecken zusammenquetschen...
Bei so einem Titel wie "Asian Film Festival" denkt man an riesige Cineplex-Irgendwas-Mega-Domes. Aber nicht an ein kleines Ein-Saal-Kino im Keller in einer Seitenstraße eines Wohngebiets in Osaka. Coooool! Leicht unbeabsichtigt bin ich also in einem vermutlich eher künstlerisch-alternativen Kino gelandet, was ich keinesfalls als schlecht angesehen habe, ganz im Gegenteil. Das Cine Nouveau ist ein sehr charmantes Örtchen.
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| Eingang zum Cine Nouveau. Ich bin erstmal dran vorbeigelaufen, denn außer dem Kana-Schriftzug auf dem Holzschild und dem kleinen Schildchen über den Postern weist erstmal nix auf ein Kino hin. ^^ |
Als Film habe ich mir Vorfeld ausgesucht: Tokyo Newcomer (東京に来たばかり, Tokyo ni kita bakari). Die Handlung dreht sich um einen Chinesen, der nach Tokyo kommt um sich als Profi dem japanischen Brettspiel Go zu widmen. Dabei macht er Bekanntschaft mit einer alten Dame, die rein zufällig eine alte Go-Meisterin ist, und deren Sohn/Enkel/... (weiß nicht ;)), der ein klein wenig auf der schiefen Bahn unterwegs ist...
Was die englischen Untertitel angeht... Die gabs dann irgendwie doch nicht. Hmpf. Aber alles in allem war das dann doch nicht so schlimm und auch gar nicht verkehrt, denn zum Glück drehte sich die Handlung eben um diesen einen Chinesen, der neu in Japan ist und selbst nicht viel Japanisch kann ;) So habe ich ihn echt gut verstehen können, einige der anderen Charaktere auch, wenn sie mit ihm langsam gesprochen haben. Die Handlung hat sich mir durch das Verstandene und die Bilder ganz gut erschlossen, auch wenn wirklich vieles vom schnell gesagten dann doch viel zu heftig für mich war und da einfach gar nix ging. Und trotzdem bin ich auch irgendwie froh gewesen, dass die Untertitel dann doch fehlten, denn so gings mir während des Films fast so wie dem Chinesen. Viel besser kann man sich in einen Hauptcharakter doch gar nicht einfühlen ;)
Tokyo Newcomer, der zu diesen Film Festival als Weltpremiere gezeigt wurde, ist jedenfalls ein wirklich schöner Film aus Chinesisch-Japanischer Produktion, den ich nur jedem empfehlen kann ihn anzusehen, wenn man die Thematik mag (Björn *hust* ^^) und wenn er irgendwo läuft!
Dann gings für mich, den "Nara Newcomer" wieder ab nach Hause, kurz vor dem "last train"...


































Du hast dir ein Fahrrad gekauft? o_O Das glaubst du doch selbst nicht! :D
AntwortenLöschenDer ist gut, gell? ;) Unglaublich, aber trotzdem wahr ^^
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